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Die Legende der Kampfkunst Wing Chun

 Samstag, 15. Dezember 2018
Der genaue Ursprung des Wing Chun lässt sich nicht in allen Einzelheiten nachvollziehen. Es existieren verschiedene Entstehungsmythen. Die gängigste erzählen wir hier.

Der Legende nach entstand das Wing Chun während der Qing-Dynastie in China. Der herrschende Kaiser Kangxi sorgte sich um den großen Einfluss der Shaolin-Mönche und befahl, das sagenhafte südliche Shaolin-Kloster niederzubrennen. Nach einigen Fehlschlägen gelang das Vorhaben mit List und Tücke und nur wenige der Bewohner entkamen der Zerstörung. Unter den Entkommenen befand sich die buddhistische Nonne Ng Mui.

Ng Mui floh in Richtung der südlichen Provinzen Yunnan und Szechuan und ließ sich schließlich in einem Tempel am Fuße des Berges Tai Leung nieder, um sich der Kampfkunst zu widmen. Eines Tages beobachtete sie dort einen Kampf zwischen einem Kranich und einer Schlange. Andere Überlieferungen berichten, dass es sich um einen Kampf zwischen einem Kranich und einem Affen gehandelt habe. Ng Mui fiel auf, dass der Kranich Angriffe mit seinen Schwingen abwehrte und gleichzeitig selbst mit seinem Schnabel attackierte. Ausgehend von Beobachtungen dieser Art entwickelte sie der Legende nach eine neue Kampfkunst.

In einem nahegelegenen Dorf verkauften Yim Yee und seine junge Tochter Yim Wing Chun auf dem Markt Tofu. Ng Mui kaufte zuweilen dort ein und erfuhr dabei eines Tages, dass der schönen Yim Wing Chun nachgestellt wurde. Ein im Dorf berüchtigter Schläger namens Wong hatte bereits erfolglos um Yim Wing Chuns Hand angehalten. Nun drohte er mit Gewalt gegen sie und ihren Vater.

Ng Mui beschloss sich der Sache anzunehmen, konnte Wong aber nicht selbst stellen. Dies hätte Aufmerksamkeit auf sie gezogen und womöglich ihre Identität als Geflüchtete aus dem zerstörten Shaolin-Kloster verraten. Stattdessen nahm sie Yim Wing Chun zu sich in den Tempel und lehrte sie und ihren Vater die von ihr entwickelte Kampfkunst. So würde sie sich selbst gegen Wong verteidigen können.

Als Yim Wing Chun zurück ins Dorf kehrte wurde sie bald wieder von Wong belästigt. Diesmal allerdings forderte sie ihn zum Kampf heraus und besiegte ihn. So war die Gefahr durch den ungewollten Verehrer gebannt. Yim Wing Chun lernte schnell und meisterte die Kampfkunst in nur drei Jahren des täglichen Trainings. Als Ng Mui schließlich beschloss weiterzuziehen, ließ sie sich von Yim Wing Chun versprechen, die erlernte Kampfkunst zu bewahren.

Später heiratete Yim Wing Chun einen Salzhändler namens Leung Bok Chau. Nach der Hochzeit unterrichtete sie ihn in ihrer Kampfkunst. Er gab dieser Art zu kämpfen den Namen Wing Chun Kuen, was soviel wie Kampfkunst der Wing Chun bedeutet, und unterrichtete sie an nachfolgende Generationen.

Derartige Legenden sind natürlich nicht als Tatsachenberichte anzusehen. Sie hatten vermutlich die historische Funktion Zusammenhalt und Identität unter den Kampfkünstlern jener Zeit zu stiften. Vielleicht hält sich diese Geschichte bis in die heutige Zeit, da sie grundlegende Werte der Kampfkunst in Erinnerung ruft. Zudem lehrt die Kampfkunst Wing Chun auch heute noch, wie man sich gegen körperlich überlegene Angreifer wehren kann.

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